VERANSTALTUNG: Workshop „Wissen – Akteur*innen – Praktiken”

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit möchten wir auf den Workshop „Wissen – Akteur*innen – Praktiken.
Nachlässe als Quelle volkskundlich-kulturanthropologischer
Wissensgeschichte“ aufmerksam machen, der am 9. und 10. Mai in Dresden
stattfinden wird.

Mit herzlichen Grüßen,

Nadine Kulbe

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*Wissen – Akteur*innen – Praktiken. Nachlässe als Quelle
volkskundlich-kulturanthropologischer Wissensgeschichte / Workshop des
Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde, Dresden*

Termin: 9./10. Mai 2019, Dresden

Tagungsort: Riesa Efau Kulturforum Dresden e.V., Wachsbleichstraße 2, 01067
Dresden

Anmeldung online unter:
www.isgv.de/aktuelles/veranstaltungen/details/Wissen_Akteurinnen_Praktiken

Der Wert wissenschaftlicher Sammlungen und Nachlässe bemisst sich nicht
allein anhand ihres Objektbestandes. Abhängig von Zeit und Ort konservieren
sie Wissen, Interessen und Netzwerke der Nachlassenden. Sie geben
Aufschluss über zeitgenössische Praktiken des Ordnens und Kategorisierens
sowie über die Bedingungen von Wissensproduktion. Wissen als soziale
Kategorie entsteht durch Sammeln, Dokumentieren und Auswerten. Es wird in
Netzwerken aus Expert*innen und Laien kommunikativ ausgehandelt sowie durch
Techniken, Praktiken und Strategien geformt. Die Erschließung eines
Nachlasses ist zugleich geprägt von aktuellen – ehemals analogen, heute
vermehrt digitalen – Arbeitstechniken und Methoden, die das Material
sichtbar machen und dessen Wert herausstellen sollen. Erfahrungen,
Kenntnisse und Interessen der Bearbeiter*innen nehmen auf die Erschließung
ebenso Einfluss wie kontextualisierende Recherchen, finanzielle Förderungen
sowie der begleitende wissenschaftliche Austausch.

Am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde Dresden wird derzeit
der Nachlass des Volkskundlers Adolf Spamer (1883–1953) erschlossen.
Während sich frühere Studien bereits mit Spamers Arbeitsbiografie
auseinandergesetzt haben, wurde der wissensgeschichtliche Aussagewert des
Materials – über dessen inhaltliche Schwerpunktsetzung hinaus – bisher kaum
beachtet. Dabei ermöglicht eine detaillierte Erschließung dieses
einzigartigen Quellenbestandes neue Perspektiven auf Arbeitstechniken und
dadurch auf die Bedingungen von Produktion
volkskundlich-kulturanthropologischen Wissens in der ersten Hälfte des 20.
Jahrhunderts.

Der Workshop präsentiert erste Ergebnisse der Erschließung des Nachlasses.
Darüber hinaus wird in einer vergleichenden Perspektive am Beispiel
weiterer Protagonist*innen und Quellenarten das Auswertungspotential von
Nachlässen und Sammlungen für die volkskundlich-kulturanthropologische
Wissensgeschichte diskutiert. Erst eine entsprechende Kontextualisierung
generiert Erkenntnisse, die über die Aussagekraft der Materialität der
Bestände hinausgehen. Durch die Rekonstruktion der Generierung und Sammlung
von Quellen, deren Auswertung und Publikation, durch Austausch und Transfer
von Wissen in Netzwerken können Wissensproduktion und -transfer
nachvollzogen werden.

*Programm*

*Donnerstag **• 9. Mai 2019*

13:30 Uhr • Enno Bünz • Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte
und Volkskunde
Begrüßung

13:45 Uhr • Nadine Kulbe • Dresden

Einführung

*Moderation **• Nadine Kulbe*

14:00 Uhr • Anita Bagus • Jena
Nachlässe im Kontext der Fachgeschichte

14:45 Uhr • Ole Wittmann • Hamburg
Motive – Medien – Marketing. Diversifikation am Beispiel des Forschungs-
und Ausstellungsprojektes „Der Nachlass des Hamburger Tätowierers Christian
Warlich“

15:30 Uhr • Kaffeepause

*Moderation • Antje Reppe*

16:00 Uhr • Franka Schneider • Berlin
Das Archiv entgrenzen – ko-laborativ forschen und ausstellen. Erfahrungen
aus dem Projekt „Foto-Objekte“

16:45 Uhr • Michael Münnich • Hamburg
Neue Techniken musealer Wissensvermittlung nach 1945. Der Tonband-Nachlass
Walter Hävernicks im Museum für Hamburgische Geschichte

18:30 Uhr • Gemeinsames Abendessen

*Freitag • 10. Mai 2019*

*Moderation **• Sarah Kleinmann*

9:30 Uhr • Siegfried Becker • Marburg
Ingeborg Weber-Kellermann – Werk, Sammlung und wissenschaftlicher Nachlass
am Marburger Institut

10:15 Uhr • Sabine Kienitz • Hamburg
Der Sammler als Zeitzeuge. Zur Objekt- und Wissenschaftsgeschichte von
Schutz- und Himmelsbriefen im Nachlass Adolf Spamers

11:00 Uhr • Antje Reppe • Dresden
Zwischen wissenschaftlicher Netzwerkpflege und persönlicher Anteilnahme:
Vom Aussagewert der Glückwunschkorrespondenz an Adolf Spamer

11:45 Uhr • Mittagspause

*Moderation • Ira Spieker*

13:00 Uhr • Nadine Kulbe • Dresden
Spamer, Andachtsbild, München 1930. Die Entstehung eines Buches

13:45 Uhr • Friedemann Schmoll • Jena
„Brücken des Verstehens“. Adolf Spamers Nachlässe und Sammlungen als
Knotenpunkte volkskundlicher Wissensgeschichte des 20. Jahrhunderts

14:30 Uhr • Ende der Veranstaltung

Im Anschluss an den Workshop besteht die Möglichkeit, die Ausstellung „Die
im Licht steh’n. Fotografische Portraits Dresdner Bürger des 19.
Jahrhunderts“ im Dresdner Stadtmuseum im Rahmen einer Kuratorenführung zu
besuchen.

Von Claus-Marco Dieterich

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