TAGUNG: „Heimat? Zwischenrufe aus einer landeskundlichen Perspektive“ (7./8.11.19, Wesel)

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich weise freundlich auf die bevorstehende Tagung des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte Bonn hin:

Heimat? Zwischenrufe aus einer landeskundlichen Perspektive
Datum: 7./8. November 2019
Ort: LVR-Niederrheinmuseum Wesel, An der Zitadelle 14-20, 46483 Wesel

Heimat ist gerade wieder in aller Munde: Etikettiert als „Geschmack der Heimat“ und „Heimat Shoppen“ verkaufen sich Käseprodukte ebenso gut wie Tischwäsche oder Regenschirme. Lokale Medieneinrichtungen nennen sich „Heimatradio“ und „Heimatzeitung“, Tourismusagenturen laden ein, „Heimat zu entdecken“.

Heimat wird zum nostalgischen Bezugspunkt in einer unübersichtlichen, globalisierten Welt. Heimat erschöpft sich allerdings nicht in ihrer Funktion als kollektives Therapieangebot in der Krise spätmoderner Gesellschaftsmodelle. Das Thema dringt weit in die Bildungs- und Vermittlungsarbeit, wird musealisiert und politisiert: Inzwischen verteilen bundesweit mehrere Heimatministerien Wertschätzung und Finanzmittel in die regionale Heimatvereinsszene, Städte stiften Heimatpreise – Heimat scheint zu einer wichtigen Kategorie und zu einem zentralen Argument von (regionaler?) Kulturförderung zu werden. Daneben erstarken europaweit nationalistische Bewegungen, die Heimatschutz fordern und dabei diesen Begriff auf eine ausgrenzende Volkstums-Ideologie verengen.

Diese aktuelle Konjunktur des Heimatbegriffs fordert gerade Wissenschaften und Institutionen, die im Regionalen forschen und arbeiten, heraus. Die Ansätze der Landeskunde mit ihrer interdisziplinären Perspektive auf Kultur, Sprache und Geschichte in den Mikrostrukturen von Region und Alltagsbezügen und ihren Wirkungen in Museen, Vereinen und lokalen Diskursen ist in besonderem Maße gefordert, diese Prozesse zu analysieren, in historische wie aktuell politische Kontexte einzuordnen und zu erklären.

Die Tagung fragt nach den Konzepten von Heimat im Regionalen unter Berücksichtigung der Vermittlungs- und Kulturarbeit sowie der medialen Verarbeitung und Nutzung. Welche Funktionen hat der Begriff in welchen Kontexten und welche Akteure nutzen ihn wie? Welche Methoden und Konzepte stehen der Landeskunde zur Verfügung, um dieses hochpolitische Thema angemessen zu bearbeiten?
Ziel der Tagung ist es, den Heimatbegriff für eine moderne Landeskunde nutzbar zu machen und mit einer klaren Positionierung in wissenschaftliche wie öffentliche Netzwerke zu wirken.

Programm

Donnerstag, 07.11.2019

Ankunft mit Begrüßungskaffee ab 9.30 Uhr

10.00 Uhr Begrüßung
Milena Karabaic, LVR-Landesrätin für Kultur und landschaftliche Kulturpflege
Dr. Veit Veltzke (LVR-Niederrheinmuseum Wesel)

10.30 Uhr Dr. Dagmar Hänel (Bonn): Schon wieder Heimat? Eine Einführung

11.00 Uhr Kaffeepause

Heimat – ein problematischer Begriff?
Moderation: Prof. Dr. Ove Sutter (Bonn)

11.30 Uhr Prof. Dr. Jens Jäger (Köln): Heimat – ein problematischer Begriff

12.00 Uhr Prof. Dr. Manfred Seifert (Marburg): Zum Heimatbegriff aus europäisch-ethnologischer Perspektive

12.30 Uhr Prof. Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann (Düsseldorf): Imaginierte Räume

13.00 Uhr Mittagspause (mit kleinem Imbiss)

Musealisierung von Heimat
Moderation: Guido van Büren (Jülich)

14.00 Uhr Impulsgespräch mit:
Dr. Sara Demiriz (Planungsgruppe Geschichte, Politik und Demokratie NRWs)
Felix Hildebrand (LVR-Niederrheinmuseum Wesel)
Laurenz Sandmann (Dezentrales Stadtmuseum Warendorf)
und Dr. Gabriele Uelsberg (LVR-LandesMuseum Bonn)

15.30 Uhr Kaffeepause

Immaterielle Heimaten
Moderation: Dr. Maike Schmidt (Bonn)

16.00 Uhr Dr. Georg Cornelissen (Bonn): „Die wahre Heimath ist eigentlich die Sprache.“ Humboldts Diktum aus landeskundlicher Perspektive

16.30 Uhr Prof. Dr. Helmut Brall-Tuchel (Düsseldorf): Was ist Heimatliteratur? Aspekte des Heimatbegriffs in Dichtung und Publizistik des 19. und 20. Jahrhunderts

17.00 Uhr Prof. Theo Grütter (Essen): Heimat Ruhrgebiet? Zur musealen Rekonstruktion eines altindustriellen Industrieraumes

18.00 Uhr Get together: Austausch, Gespräche und Imbiss

Abendprogramm

19.30 Uhr Burkhard Spinnen (Münster): Warum ich kein Heimatdichter bin bzw. sein kann/darf
Gespräch mit dem Autor
(Moderation: Michael Serrer, Vorsitzender des Literaturrats NRW, Düsseldorf)

Freitag, 08.11.2019

Medien und Heimat
Moderation: Thomas Ohl (Wesel)

10.00 Uhr Dr. Klaus Kleefeld (Köln): Heimat digital?

10.30 Uhr PD Dr. Manuel Trummer (Regensburg): „Da bin ich daheim!“ Heimatpolitik im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
11.00 Uhr Kaffeepause

Heimat als Argument
Moderation: Dr. Helmut Rönz (Bonn)

11.30 Uhr Jennifer Faber (Berlin): Heimat – ein Begriff der politischen Bildung?

12.00 Uhr Prof. Dr. Stefan Goch (Düsseldorf): Eine Heimat nirgendwo, zuhause irgendwo? (Empirische) Ergebnisse der Sozialraumanalyse

Heimat: Impulse für eine moderne Landeskunde?
Moderation: Dr. Martin Bredenbeck (Köln)

12.30 Uhr Georg Mölich (Bonn): Heimat. Ein regionalhistorisches Statement

13.00 Uhr Dr. Dagmar Hänel (Bonn): Immer noch Heimat? Ein landeskundliches Fazit

13.30 Uhr Ende der Tagung

Im Anschluss an die Tagung bieten wir Ihnen noch Gelegenheit, einen gemeinsamen Mittagsimbiss einzunehmen und im Anschluss
(ab 14.15 Uhr) an einer Führung durch die Ausstellungen des LVR-Niederrheinmuseums Wesel teilzunehmen.

Tagungsort: LVR-Niederrheinmuseum Wesel, An der Zitadelle 14 – 20, 46483 Wesel

Anreise mit dem Pkw:
Navi: An der Zitadelle 14-20, 46483 Wesel (Innenbereich Zitadelle) oder Rheinbabenstraße, 46483 Wesel (Parkplatz hinter dem Museum).

Anreise mit ÖPNV:
Bahnhof Wesel, Fußweg zum Museum ca. 15 Minuten. Bus-Linien SB6 sowie 37, 66, 67 und 68: Busbahnhof Wesel, Haltestelle: LVR-Niederrheinmuseum.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen! Um vorherige Anmeldung bis zum 31.10.2019 per e-mail oder telefonisch wird gebeten.

Kontakt:
Frau Gabriele Scheibe
LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte
gabriele.scheibe@lvr.de
www.rheinische-landeskunde.lvr.de
Tel.: 0228 / 9834-229

Mit freundlichem Gruß aus Bonn,

Maike Schmidt
Landschaftsverband Rheinland
LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte
Fachstelle für Regional- und Heimatgeschichte
Endenicher Str. 133
53115 Bonn

Tel.: 0228/9834-227
Mail: maike.schmidt@lvr.de<mailto:maike.schmidt@lvr.de>

www.lvr.de<www.lvr.de/>
www.rheinische-landeskunde.lvr.de<www.rheinische-landeskunde.lvr.de/>
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Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) arbeitet als Kommunalverband mit rund 19.000 Beschäftigten für die 9,7 Millionen Menschen im Rheinland. Mit seinen 41 Schulen, zehn Kliniken, 20 Museen und Kultureinrichtungen, drei Heilpädagogischen Netzen, vier Jugendhilfeeinrichtungen und dem Landesjugendamt erfüllt er Aufgaben, die rheinlandweit wahrgenommen werden. Der LVR ist Deutschlands größter Leistungsträger für Menschen mit Behinderungen und engagiert sich für Inklusion in allen Lebensbereichen. „Qualität für Menschen“ ist sein Leitgedanke.

Die 13 kreisfreien Städte und die zwölf Kreise im Rheinland sowie die StädteRegion Aachen sind die Mitgliedskörperschaften des LVR. In der Landschaftsversammlung Rheinland gestalten gewählte Mitglieder aus den rheinischen Kommunen die Arbeit des Verbandes.

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Von Claus-Marco Dieterich

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