VERANSTALTTUNG| Online-Forschungskolloquium “Feminismen in Europa”

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Liebe Kolleg*innen und Interessierte,

wir freuen uns Sie/Euch auf das Forschungskolloquium des Instituts für
Empirische Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie der LMU München
im Wintersemester 2020/21 aufmerksam zu machen. Das Forschungskolloquium
findet in Kooperation mit der Frauenakademie München e.V. statt, ist für
alle offen und als Online-Format geplant.

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Feminismen in Europa: Positionen – Konflikte – Strategien

Feminismus steht heute in ganz Europa verstärkt im Fokus der
Öffentlichkeit: Gründe dafür sind sowohl das Erstarken feministischer
Bewegungen weltweit als auch zunehmende Angriffe auf
Gleichstellungspolitiken und Gender Studies. Rechtspopulistische und
konservative Akteur*innen stellen emanzipatorische Konzepte von
Geschlecht und Familie sowie einem gleichberechtigten Leben zunehmend in
Frage und vereinnahmen gleichzeitig feministische Argumente für
nationalprotektionistische Zwecke, wenn zum Beispiel Frauenschutz zur
Legitimation restriktiver Migrationspolitik genutzt wird. Dem gegenüber
haben feministische Organisierung und Protest in den letzten Jahren
zugenommen und wurden zu einer wichtigen Kraft gegen den Aufstieg
reaktionärer Strömungen und gegen einen Backlash in Bezug auf
Geschlechtergerechtigkeit. Die Konfliktlinien verlaufen entlang von
Themen wie Recht auf Abtreibung und körperliche Selbstbestimmung,
Anerkennung sexueller Vielfalt und multipler Geschlechtsidentitäten,
Fragen von Geschlechterverhältnissen im Kontext von Religion,
Verflechtungen von (Anti-)Rassismus und Feminismus oder Kämpfen gegen
sexualisierte Gewalt.

Vor diesem Hintergrund fragt das Forschungskolloquium danach, wie sich
innerhalb dieses Spannungsverhältnisses feministische Bewegungen sowie
unterschiedliche Feminismen in Ost- und Westeuropa formieren und
artikulieren. Die Vorträge umfassen theoretische Reflexionen und
empirische Studien und nehmen dabei historische sowie gegenwärtige
Entwicklungen in den Blick. Sie werfen einen differenzierten Blick auf
folgende Fragen: Wie wird Geschlecht als Kategorie (de-)konstruiert,
(re-)präsentiert und verhandelt? Inwiefern kommt es zu Verschränkungen
mit anderen Differenzkategorien wie Sexualität, Ethnizität, Religion
oder nationaler Identität? Welche Vorstellungen von Gleichberechtigung,
Emanzipation und Gleichstellungspolitik werden verfolgt und inwieweit
sind diese umkämpft? Welche Dynamiken entwickeln sich aktuell zwischen
Rechtspopulismus und lokalen sowie transnationalen Feminismen?

Termine:

03.11.2020 | Zsófia Lóránd (University of Cambridge)
Feminism in Socialist Yugoslavia: Introducing the Concept of Gender for
Women’s Equality

10.11.2020 | Friederike Faust (Humboldt-Universität zu Berlin)
Feminismus und Fußball: Über politische Metamorphosen und die Lücken im
paraethnographischen Wissen am Beispiel von Frauenfußballaktivistinnen

17.11.2020 | Elżbieta Korolczuk (University of Warsaw/Södertörn
University Stockholm)
Anti-Gender Campaigns, Right-Wing Populism and Elite Change in Central
and Eastern Europe in a Comparative Perspective

08.12.2020 | Claudia Snochowska-Gonzalez (Polish Academy of Sciences
Warsaw)
The Struggle for Liberalization of Abortion Law in Poland and Spain: Its
Context, Effects, and Prospects for the Future

12.01.2021 | Denise Bergold-Caldwell (Philipps-Universität Marburg)
Schwarze Feminismen in Deutschland: Historische und aktuelle
Fragestellungen

19.01.2021 | Imke Schmincke (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Eins, zwei, drei, viele Feminismen: Zeitgenössische Feminismen auf dem
Prüfstand

02.02.2021 | Marion Näser-Lather (Philipps-Universität Marburg)
(Differenz-)feministische Antworten auf den Maskulinismus: Die
italienische Frauenbewegung „Se Non Ora Quando?”

Zeit und Ort:
Das Forschungskolloquium findet an sieben Dienstagen im Semester, 18-20
Uhr c.t., als digitales Format über Zoom statt.

Zoom-Link:
lmu-munich.zoom.us/j/97385963445?pwd=ZXgwbDJGYTRpUlp6aXF5anVDOG5Sdz09
Meeting-ID: 973 8596 3445
Kenncode: 356138

Weitere Informationen und Abstracts zu den einzelnen Vorträgen in Kürze
unter:
www.ekwee.uni-muenchen.de

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Herzliche Grüße,

Agnieszka Balcerzak, Miriam Gutekunst und Birgit Erbe

Von Claus-Marco Dieterich

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