CfP: Bildarchive. Wissensordnungen | Arbeitspraktiken | Nutzungspotenziale (Dresden, 23.-25. April 2020)

C

Liebe Kolleg*innen,
wir möchten Sie und Euch auf den folgenden call aufmerksam machen und
freuen uns auf Interesse und Rückmeldungen.
Mit den besten Grüßen aus Dresden
im Namen des Tagungsteams
Ira Spieker

Tagung
Bildarchive. Wissensordnungen | Arbeitspraktiken | Nutzungspotenziale

Bildarchive sind Portale: Sie können lebensweltliche Praktiken,
kulturelle Phänomene und historische Prozesse „sehbar“ machen. Darüber
hinaus eröffnen sie Zugänge zu wissenschaftlichen Disziplinen wie der
Volkskunde/Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie.
Die volkskundlichen Landesstellen und außeruniversitären Institute
verfügen, bedingt durch ihre jeweilige Geschichte, ebenso wie Museen,
Archive und Universitätseinrichtungen über umfangreiche Bildsammlungen
unterschiedlicher Provenienzen mit heterogenen Erschließungszuständen
und Nutzungszusammenhängen. Solche Bildsammlungen zeigen in
wissen(schaft)sgeschichtlicher Perspektive Systematiken und Ordnungen
auf, die inhaltliche Schwerpunktsetzungen und methodische
Herangehensweisen parallel oder quer zu den Entwicklungslinien einer
Disziplin verdeutlichen, die sich von der Fokussierung auf sprachliche
Quellen gelöst und für visuelle Medien geöffnet hat. „Bilder“ werden
in diesem Kontext nicht (mehr) als rein illustratives Medium
verstanden, sondern auf ihren Quellen- und Analysewert hin befragt.
Bildarchive sind jedoch keinesfalls als bloße Container zu betrachten.
Denn durch ihre Eingliederung in spezifische Sammlungen erfahren
visuelle Quellen einerseits eine Dekontextualisierung, da sie aus
ihrem vormaligen Gebrauchs- und Materialzusammenhängen herausgelöst
werden. Infolge ihrer Erschließung im Archiv werden sie andererseits
durch Metadaten wieder (re-)kontextualisiert, indem Informationen zu
Entstehung, Motiven, Produzenten etc. vermerkt werden. Infolgedessen
findet auch eine Modifikation ihres Quellenwertes statt.
Zu den aktuellen Herausforderungen von Bildarchiven zählt ihre
digitale Öffnung. Waren sie bisher räumlich fixiert und nur einem
informierten und interessierten Publikum zugänglich, ermöglicht ihre
Digitalisierung und Präsentation im Internet neue und erweiterte
Zugänge. Das erschließt neue Nutzer*innenkreise, trägt jedoch auch zur
Selektion bei der Verwendung von visuellen Formaten – entsprechend
ihrer Verfügbarkeit – bei.

Die Tagung richtet den Fokus auf Institutionen, die Bildsammlungen
betreuen, auf Akteur*innen, die in und mit diesen Archiven und ihren
Beständen arbeiten, sowie auf Praktiken, die sich mit Dokumentation,
Nutzung und fachspezifischer Analyse verbinden.
Willkommen sind Beiträge zu folgenden Themenkomplexen:

Institutionen
· Sammlungsprofile, Sammlungskriterien, Kuratierungen und ihre
wissen(schaft)sgeschichtliche Entwicklung
(Abbildung von Fachspezifika und Paradigmenwechsel,
ideologische Prägungen)
· Bildbestände (Provenienzen, Erschließungszustände, Nutzungen)
· Digitale Verfügbarkeit (rechtliche und technische Beschränkungen,
forschungsethische Überlegungen)

Akteur*innen
· Arbeitspraktiken der Mitarbeiter*innen, Wissenstransfers, Netzwerke
· Motivationen, Erwartungen und (Forschungs)Interessen von Nutzer*innen
· Veränderung von Nutzungspraktiken durch digitale Transformation

Praktiken
· fachspezifische Routinen der Sammlung, Auswahl und Erschließung
(Wissensgenerierung und -transfer)
· Einfluss technischer Entwicklungen auf Erschließung, Präsentation
und Nutzung (von Ordnungssystemen bis
zu kooperativen Plattformen)
· Entwicklung von Klassifikations- und Ordnungssystemen sowie deren
Rückwirkung auf Nutzung und Auswertung

Veranstalter: Gruppe der Landesstellen und außeruniversitären
Institute in der dgv, Institut für Sächsische Geschichte und
Volkskunde (Dresden) in Kooperation mit dem Sorbischen Institut
(Bautzen)
Ort: Dresden/ggf. Bautzen
Termin: 23.–25. April 2020

Geplant sind Vorträge von 25 Minuten Dauer mit anschließender
Diskussion (20 Minuten).
Bitte schicken Sie Ihre Vorschläge (Abstract und biografische Angaben)
bis zum 15. Januar 2020 an: tagung@isgv.de
Reisekosten können übernommen werden.

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PD Dr. Ira Spieker
Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde
Leiterin Bereich Volkskunde / Kulturanthropologie
Zellescher Weg 17
D-01069 Dresden
Tel. 0351.4361640

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Von Claus-Marco Dieterich

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